PA LINE V.6

Einleitung

Das PINTSCH ABEN Central Monitoring System PA LINE V.6 ist als Leitstellentechnik für das Instandhaltungsmanagement geographisch ausgedehnter Weichenheizungsanlagen das “Fenster zum Weichenheizungsprozess”. Unter Einbeziehung der Eigenschaften und Komponenten der bewährten Weichenheizungsfernwirktechnik PA LINE kann es als übergeordnetes Leitstellensystem für verteilte Netze sowie als lokales Prozessleitsystem eingesetzt werden.
Die herstellerneutrale Zusammenführung bisher autarker Leitsysteme über unterschiedliche Kommunikationswege und Protokolle macht eine anlagenübergreifende Zentralisierung, Bedienung und Überwachung möglich.
Darüber hinaus ist die Integration weiterer Systeme, wie z.B. Tunnelüberwachungszentralen (TÜZ) konzeptionell berücksichtigt.

Prozessanbindung

Der Modem-Server stellt die Verbindung zwischen der zentralen Leitstelle und den angeschlossenen Leitsystemen oder Weichenheizungsstationen her.
Die Prozessanbindung erfolgt über einen Modempool, der mit bis zu 32 Datenübertragungsgeräten ausgestattet werden kann. Die Verwaltungsarchitektur führt eine Datenindizierung durch und stellt dem übergeordneten Prozesskern die entsprechenden Informationen in aufbereiteter Form zur Verfügung.
Der modulare Aufbau der Hard- und Software ermöglicht eine optionale Anpassung an die jeweiligen Projektanforderungen.
Insbesondere wurden Protokollkonvertierungen zu Fremdsystemen spezifiziert und für gängige Systeme unterschiedlicher Weichenheizungshersteller bereits realisiert.

Datenübertragung von der Steuerungsebene zur Kontrollebene

Für die Datenübertragung können vorhandene Leitungswege genutzt werden. Oft werden große Distanzen mit Zweidrahtleitungen überbrückt, die unter Nutzung des FSK-Verfahrens mehrpunktfähig betrieben werden.
Durch die konsequente Durchgängigkeit zur PINTSCH ABEN – Fernwirktechnik PA LINE werden folgende Übertragungsmedien uneingeschränkt unterstützt:

  • Analoges Telefonnetz,
  • ISDN – Netz,
  • GSM – Netze / GPRS für dauerhafte Verbindungen zu Diagnosezwecken
  • GSM(R) – Netz,
  • Ethernet, RS485, RS422 über Standleitungen als Kupfer oder Lichtwellenleiter.

Prozessbilder

Als Bestandteil der Bedienoberfläche dienen grafische Darstellungen und Übersichtstabellen zur Visualisierung der Prozessdaten.
Entsprechend der verschiedenen Ebenen der Systemhierarchie werden folgende Darstellungen unterstützt:

  • Geografisches Übersichtsbild der Masterstationen (um große Gebiete überschaubar zu halten),
  • Unterteilung der zu überwachenden Anlagen in frei definierbare Bereiche, wobei jedem Bereich spezifisches Kartenmaterial zugewiesen werden kann,
  • Darstellung des Anlagenzustands mittels Farbkennzeichnung der Weichenheizungsstation,
  • technisches Anlagenschaubild mit entsprechenden Detailinformationen bis zur Auflösung einzelner Heizkreiszustände.

Die Elementarobjekte der dynamischen Zustände (z.B. Ventil Auf / Zu) können aus der Symbolbibliothek selektiert und an die Prozessvariable angebunden werden. Dieses Verfahren ermöglicht schnelle und flexible Anpassungen an die Anforderungen des Kunden.
Die tabellarische und grafische Darstellung der Werte, Parameter und Meldungen ermöglicht zusammen mit der farblichen Kennzeichnung von Zuständen eine komplette Übersicht über die Anlage.

Verbindungszustände zwischen Modemserver und Weichenheizungsstation werden für jede Station über eine Online- / Offline-Kennzeichnung angezeigt.

Steuerfunktionen in Weichenheizungsprozess erfolgen durch Auswahl der gewünschten Station auf dem Bildschirm.

Im Modemserver sind einstellbare Zyklen zur automatischen Prozessaktualisierung für die Modemverbindungen hinterlegt. Bei der Festlegung der Zykluszeit sind die projektierten Kommunikationswege und die im Einzelfall entstehenden Kosten zu berücksichtigen. Die übertragenen Daten werden sowohl in das aktuelle Prozessabbild als auch in die Archivdatenbank übernommen. Diese digitalen und analogen Prozessvariablen lassen sich zusätzlich als Ganglinien darstellen und grafisch auswerten.

Mobile Überwachung

Durch eine Einwahl in das System über Notebook oder PDA stehen verschiedene Möglichkeiten zur mobilen Überwachung der Anlagen die auch ohne Internetzugang realisiert werden. Diese Funktionalität empfiehlt sich für den Servicetechniker vor Ort oder den Wartungs- und Bereitschaftsdienst.
Auch in der Zentrale auflaufende Störmeldungen können an diese mobilen Geräte weitergemeldet werden.
Hierdurch sind direkte Wege und ein schneller Informationsaustausch sichergestellt.

Auftragsvergabe für Störungs- und Wartungseinsätze

Auflaufende Störungen können systemgesteuert weitergeleitet werden. Adressat dieser Meldung kann zum Beispiel auch ein externes Wartungsunternehmen sein.
Nach erfolgreicher Beseitigung der Störung sind zur Unterstützung der weiteren Auftragsabwicklung die Einsatzberichte im System zu hinterlegen.

Webserver und Internet-Zugriff

Um auch mit Standard-Software – wie z.B. dem Internet Explorer – auf CMS Daten zugreifen zu können, ist die Weiterleitung ausgewählter Daten an einen Web-Server vorgesehen.
Durch den Systemadministrator werden die für den Internet-Zugriff freigegebenen Inhalte durch Setzen entsprechender Checkboxen im CMS Modem-Server selektiert.
Da die Bereitstellung der Daten für den Web-Server änderungsabhängig erfolgt minimieren sich gleichzeitig die Betriebskosten für diese Anwendung.
Die Pflege und Erweiterung neuer Weichenheizungsstationen im CMS Modem-Server wird automatisch im Web-Server berücksichtigt, so dass sich aufwendige Pflegemaßnahmen erübrigen.

Der Benutzer hat auf dieser Plattform die Passwort-, Bedienungs- und Kontrollfunktionalitäten zur Verfügung. Nach einer passwortgesicherten Anmeldung werden Darstellung und Funktionalität an die Zugriffsrechte der jeweiligen Benutzer angepasst.

Ausblick

Weiterentwicklungspotentiale werden in folgenden Bereichen gesehen:

  • Erweiterung der Leitsystemebene um Funktionen des Energiemanagements,
  • Detaillierung der Statistikfunktionen zur Unterstützung langfristiger Optimierungen,
  • Bilanzierung der aufgetretenen Kosten,
  • Kopplung mit Warenwirtschaftssystemen, wie z.B. SAP.
    Vor ihrer Umsetzung sollen zunächst erste Betriebserfahrungen abgewartet werden.

Hard- und Software

Datenserver:

  • Windows Server 2008 mit SQL-Server 2008

Modemserver:

  • Windows Server 2008 mit Modempool (Industriestandard)

Kommunikation:

  • ISDN 19“ – Telekommunikationsanlage
  • Router mit Autorisierungsschutz

Systemsicherheit:

  • USV – gesicherter Betrieb
  • Redundante Stromversorgung
  • Skalierbare Redundanz der Leitstellenrechner

Peripherie: (Kundenspezifische, z.B.)

  • 19“ – Serverswitch
  • TFT-Display oder Kundenspezifisch
  • 19“ Tastatur mit TouchPad
  • Drucker

Anwendungssoftware:

  • Kommunikationstreiber Modul PACom32
  • Datenhaltung PA LINE Prozesskern
  • Visualisierung Module Modem-Server, SQL-Server und Client
  • Datenarchivierung PA LINE V.6 Modul MS SQL Server 2008