Service-Zentrale

Einleitung

Das PINTSCH ABEN Central Monitoring System PA LINE V.6 ist als Leitstellentechnik für das Instandhaltungsmanagement geographisch ausgedehnter Weichenheizungsanlagen das “Fenster zum Weichenheizungsprozess”. Unter Einbeziehung der Eigenschaften und Komponenten der bewährten Weichenheizungsfernwirktechnik PA LINE kann es als übergeordnetes Leitstellensystem für verteilte Netze sowie als lokales Prozessleitsystem eingesetzt werden.
Die herstellerneutrale Zusammenführung bisher autarker Leitsysteme über unterschiedliche Kommunikationswege und Protokolle macht eine anlagenübergreifende Zentralisierung, Bedienung und Überwachung möglich.
Darüber hinaus ist die Integration weiterer Systeme, wie z.B. Tunnelüberwachungszentralen (TÜZ) konzeptionell berücksichtigt.

Systemarchitektur

PA LINE V.6 ist vom Einzelplatzsystem bis zum redundanten Mehrplatzsystem skalierbar.
Die kompakteste Systemkonfiguration des PA LINE V.6 konzentriert Modem-Server, SQL-Server, SQL- Datenbank- und Arbeitsplatzrechnerfunktion in nur einem Server, mit dem bereits sechs gleichzeitige Prozessverbindungen realisierbar sind.
Bei einem Mehrplatzsystem sind Arbeitsplätze, SQL-Server und Modem-Server als separate Rechner ausgeführt.
Die Rechenleistung wurde ausgelegt für 4000 Weichenheizungsstationen mit einem Aufkommen von bis zu 2.000.000 Datenpunkten.
Die Vernetzung der einzelnen Rechner erfolgt über ein lokales Netzwerk nach Ethernet-Standard. Dezentrale Arbeitsplatzrechner werden mittels ISDN-Router an das Netzwerk angebunden und können über TCP/IP mit dem Modem- oder SQL-Server kommunizieren.
Ein optionaler Web-Server stellt die Konfigurations- und Prozessdaten vom SQL-Server im Internet bereit, so dass diese ortsunabhängig z.B. durch das regionale Wartungspersonal, genutzt werden können.

Prozessanbindung

Der Modem-Server stellt die Verbindung zwischen der zentralen Leitstelle und den angeschlossenen Leitsystemen oder Weichenheizungsstationen her.
Die Prozessanbindung erfolgt über einen Modempool, der mit bis zu 32 Datenübertragungsgeräten ausgestattet werden kann. Die Verwaltungsarchitektur führt eine Datenindizierung durch und stellt dem übergeordneten Prozesskern die entsprechenden Informationen in aufbereiteter Form zur Verfügung.
Der modulare Aufbau der Hard- und Software ermöglicht eine optionale Anpassung an die jeweiligen Projektanforderungen.
Insbesondere wurden Protokollkonvertierungen zu Fremdsystemen spezifiziert und für gängige Systeme unterschiedlicher Weichenheizungshersteller bereits realisiert.

Datenübertragung von der Steuerungsebene zur Kontrollebene

Für die Datenübertragung können vorhandene Leitungswege genutzt werden. Oft werden große Distanzen mit Zweidrahtleitungen überbrückt, die unter Nutzung des FSK-Verfahrens mehrpunktfähig betrieben werden.
Durch die konsequente Durchgängigkeit zur PINTSCH ABEN – Fernwirktechnik PA LINE werden folgende Übertragungsmedien uneingeschränkt unterstützt:
– Analoges Telefonnetz,
– ISDN – Netz,
– GSM – Netze / GPRS für dauerhafte Verbindungen zu Diagnosezwecken
– GSM(R) – Netz,
– Ethernet, RS485, RS422 über Standleitungen als Kupfer oder Lichtwellenleiter.

Prozessbilder

Als Bestandteil der Bedienoberfläche dienen grafische Darstellungen und Übersichtstabellen zur Visualisierung der Prozessdaten.
Entsprechend der verschiedenen Ebenen der Systemhierarchie werden folgende Darstellungen unterstützt:
– Geografisches Übersichtsbild der Masterstationen (um große Gebiete überschaubar zu halten), – Unterteilung der zu überwachenden Anlagen in frei definierbare Bereiche, wobei jedem
Bereich spezifisches Kartenmaterial zugewiesen werden kann,
– Darstellung des Anlagenzustands mittels Farbkennzeichnung der Weichenheizungsstation, – technisches Anlagenschaubild mit entsprechenden Detailinformationen bis zur Auflösung
einzelner Heizkreiszustände.

Im grafischen Übersichtsbild wird die technologische Anordnung der Elektrischen-, Gas-Infrarot- oder Umlauf- Weichenheizung dargestellt.

Die Elementarobjekte der dynamischen Zustände (z.B. Ventil Auf / Zu) können aus der Symbolbibliothek selektiert und an die Prozessvariable angebunden werden. Dieses Verfahren ermöglicht schnelle und flexible Anpassungen an die Anforderungen des Kunden.
Die tabellarische und grafische Darstellung der Werte, Parameter und Meldungen ermöglicht zusammen mit der farblichen Kennzeichnung von Zuständen eine komplette Übersicht über die Anlage.
Verbindungszustände zwischen Modemserver und Weichenheizungsstation werden für jede Station über eine Online- / Offline-Kennzeichnung angezeigt.
Steuerfunktionen in Weichenheizungsprozess erfolgen durch Auswahl der gewünschten Station auf dem Bildschirm.
Im Modemserver sind einstellbare Zyklen zur automatischen Prozessaktualisierung für die Modemverbindungen hinterlegt. Bei der Festlegung der Zykluszeit sind die projektierten Kommunikationswege und die im Einzelfall entstehenden Kosten zu berücksichtigen. Die übertragenen Daten werden sowohl in das aktuelle Prozessabbild als auch in die Archivdatenbank übernommen. Diese digitalen und analogen Prozessvariablen lassen sich zusätzlich als Ganglinien darstellen und grafisch auswerten.

Mobile Überwachung

Durch eine Einwahl in das System über Notebook oder PDA stehen verschiedene Möglichkeiten zur mobilen Überwachung der Anlagen die auch ohne Internetzugang realisiert werden. Diese Funktionalität empfiehlt sich für den Servicetechniker vor Ort oder den Wartungs- und Bereitschaftsdienst.
Auch in der Zentrale auflaufende Störmeldungen können an diese mobilen Geräte weitergemeldet werden. Hierdurch sind direkte Wege und ein schneller Informationsaustausch sichergestellt.

Auftragsvergabe für Störungs- und Wartungseinsätze

Auflaufende Störungen können systemgesteuert weitergeleitet werden. Adressat dieser Meldung kann zum Beispiel auch ein externes Wartungsunternehmen sein.
Nach erfolgreicher Beseitigung der Störung sind zur Unterstützung der weiteren Auftragsabwicklung die Einsatzberichte im System zu hinterlegen.